Zahlreiche Projekte von Privaten, Unternehmen, Städten und gemeinden beweisen, dass die Energiewende machbar ist und viele Vorteile hat.

Und täglich werden es mehr.

Höchster Windpark Europas

20. November 2012 - Nun ist der höchste Windpark Europas komplett – seit 26. Oktober 2012 ist in der Talschaft Ursern die vierte Windturbine am Netz. „Der Park wird jährlich rund 4.5 Millionen Kilowattstunden Strom liefern“, freut sich Markus Russi, Betriebsleiter des Elektrizitätswerks Ursern.

Leuchtturmprojekt Wind

Leistung: 3.3 MW (600 kW und 3 x 900 kW) Betreiber: EW Ursern Projektierer: EW Ursern Inbetriebnahme: 2004

„Das ist natürlich ein überwältigendes Gefühl. Auf dem Gütsch betreiben wir schon seit einigen Jahren den höchsten Windpark Europas. Und jetzt ist er mit der vierten Turbine auch noch komplett!“, freut sich Markus Russi. Die erste Windturbine wurde 2004 in Betrieb genommen, Nummer 2 und 3 folgten 2010. Bereits die beiden 2010 in Betrieb gegangenen Anlagen sind mit einer deutlich besseren Technik ausgerüstet, so dass sie bei starken Winden nicht abgestellt werden müssen. Die neueste der vier Turbinen ist zudem mit einer viel effizienteren Rotorblattheizung ausgestattet, die bis anhin nur bei Turbinen mit weit höherer Leistung eingesetzt wurde: „Beim kräftigen Schneefall Ende Oktober produzierte sie dreimal mehr Strom als die zwei Anlagen, die 2010 montiert wurden“, erklärt Markus Russi den Fortschritt. „Zudem verursacht sie praktisch keinen Eisfall und muss deshalb bei Vereisungsgefahr nicht wegen der Nähe zu den Skipisten abgeschaltet werden.“

Der zweithöchste Windpark Europas ist übrigens der auf 1900 m ü. M. gelegene österreichische Windpark Tauern, der aber mit 13 grossen Windturbinen weit grösser als der Windpark Gütsch ist. „Wir sind mit vier Anlagen etwas bescheidener. Wichtiger, als der höchste Windpark zu sein, ist uns aber, dass wir mit den neuen Turbinen unsere Stromproduktion aus erneuerbaren Energien weiter erhöhen können“, erklärt der Urschner.

100 % erneuerbarer Strom

Der jährliche Bedarf des EW Ursern beträgt 18 Millionen kWh. Wind- und Wasserkraft liefern aber rund 27 Millionen kWh. „Unsere Strategie war von Anfang an, das Windpotenzial vollständig zu nutzen. Während die anderen von erneuerbaren Energien reden, bauen wir als kleines Elektrizitätswerk die Anlagen und schöpfen unser Potenzial aus!“ Eigentlich hätte es auf dem Gütsch noch weiteres Windpotenzial, das neben dem EW Ursern auch die Grünen nutzen möchten. Einem weiteren Ausbau steht aber noch das kantonale Schutz- und Nutzungskonzept erneuerbare Energien entgegen.

Mit dem Ferienresort von Sami Sawiris und dem Ausbau der Sportbahnen wird der Strombedarf schrittweise auf rund 50 Millionen kWh ansteigen. Diese möchte das EW Ursern weiterhin nur aus erneuerbaren Energien liefern. Für ein Wasserkraftwerk wurde im Herbst 2012 bereits das Konzessionsgesuch eingereicht. Verläuft alles nach Plan, können die Bauarbeiten 2014 beginnen. Zwei weitere Wasserkraftwerke sind Planung.

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