Zahlreiche Projekte von Privaten, Unternehmen, Städten und gemeinden beweisen, dass die Energiewende machbar ist und viele Vorteile hat.

Und täglich werden es mehr.

Holz: Heizverbund schafft regionale Wertschöpfung

17. November 2014 - Der Holzwärmeverbund Untere Kniri AG in Stans beliefert seit Herbst 2011 einen grossen Teil der öffentlichen Gebäude des Kantonshauptortes, das Kapuzinerinnenkloster St. Klara, das Alters- und Pflegeheim Nidwalden und viele private Liegenschaften mit erneuerbarer und CO2-neutraler Wärme aus regionalem Holz. Die Hackschnitzel kommen aus den Wäldern der Genossenschaftskorporation Stans. Die Wertschöpfung bleibt somit zum grössten Teil in der Gegend.

Leuchtturmprojekt Holz

Betreiber: Heizverbund Untere Kniri AG Inbetriebnahme: 2011

Offenes Ohr der Klosterfrauen

Der Auslöser zum Projekt Wärmeverbund Untere Kniri waren die Klosterfrauen des Kapuzinerinnenklosters St. Klara, die ihre alte Ölheizung ersetzen mussten. Vom Vorschlag der Stanser Kommission Energiestadt, künftig gemeinsam mit Nachbarn Hackschnitzel zur Wärmegewinnung zu nutzen, liessen sie sich schnell begeistern. Rasch zeigte sich in der näheren Umgebung ein grosses Potenzial weiterer Wärmeabnehmer. Nach erfolgreicher Machbarkeitsstudie gründeten der Kanton Nidwalden, die politische Gemeinde und die katholische Kirchgemeinde Stans, die Stiftung Alters- und Pflegeheim Nidwalden und die Schwesterngemeinschaft St. Klara Ende Juli 2009 den Heizverbund Untere Kniri AG.

Modernste Technologie mit Wärmerückgewinnung

Seit September 2011 produziert die moderne Anlage Heizwärme und Warmwasser aus Holzenergie. Mit dem 4 500 Meter langen Fernwärme- Leitungsnetz wird dieses an die über 80 Gebäudeanschlüsse verteilt. Die Wärme wird von zwei Holzschnitzelkesseln mit einer Leistung von 1.6 MW und 0.55 MW erzeugt. Zur Spitzenlastabdeckung und für Notfälle steht ein Ölkessel mit einer Leistung von 1.75 MW zur Verfügung. Eine
Rauchgaswaschanlage ermöglicht die Wärmerückgewinnung aus den Abgasen und vermindert die Luftbelastung auf Werte deutlich unter den strengen gesetzlichen Anforderungen. Die nachgeschaltete Entschwadungsanlage macht während des Tages den Dampfausstoss unsichtbar, was wesentlich zur hohen Akzeptanz der Anlage beiträgt. Mit einer modernen Leit- und Steuerungstechnik erfolgt die zentrale Steuerung und Überwachung aller relevanten Komponenten.

Regionale Wertschöpfung

Bereits im zweiten Betriebsjahr 2012 konnte über 95% der Energie CO2-neutral produziert werden. Die Genossenkorporation Stans lieferte mit 180 Transporten ein Waldholzschnitzelvolumen von 6090m3 aus den eigenen Wäldern. Dadurch konnten 530 000 Liter Heizöl oder 1260 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Wertschöpfung bleibt dabei fast vollständig in der Region, Arbeitsplätze und Einkommen in der Holzenergiebranche werden gefördert. Dass ein Anschluss an den Wärmeverbund auch wirtschaftlich interessant ist, zeigt die steigende Anzahl von Anschlussinteressenten.

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