Zahlreiche Projekte von Privaten, Unternehmen, Städten und gemeinden beweisen, dass die Energiewende machbar ist und viele Vorteile hat.

Und täglich werden es mehr.

Mit Eisspeicher und Sonnenkollektoren zum Plusenergiehaus

23. September 2014 - Etwas Innovatives sollte es sein – nicht etwas, das schon tausendfach erprobt ist: Nationalrat Peter Schilliger nahm vor Kurzem für sein Einfamilienhaus im luzernischen Udligenswil eine Solar-Eisspeicherheizung der Firma Viessmann in Betrieb. Der gelernte Sanitärzeichner mit Weiterbildung zum Heizungstechniker TS ist Mitinhaber der Herzog Haustechnik AG in Luzern, und für ihn ist klar: «Wenn wir in der Technik weiterkommen wollen, braucht es neue Ideen, und es braucht Objekte, mit denen man Erfahrungen sammeln kann.» Und mehr noch: «Als Fachbetrieb haben wir eine Mitverantwortung, wenn es um die Entwicklung und die Etablierung neuer Technologien geht.»

Leuchtturmprojekt Heizen


Das Einfamilienhaus von Peter Schilliger wurde vor 17 Jahren erstellt und bislang mit Öl beheizt. Die Heizung hätte sicher noch ein paar Jahre gehalten, doch Peter Schilliger sah die Zeit für eine Erneuerung im Energiebereich gekommen. Er wählte eine Lösung, die es ihm ermöglicht, die benötigte Energie ausschliesslich von der Sonneneinstrahlung und von der Aussentemperatur zu beziehen – und die sein Haus mit einem Heizbedarf von 12 Kilowatt in ein Plusenergiehaus verwandelt.

Zur Anlage gehören zwei im Boden versenkte Wassertanks mit einem Füllvolumen von je 12 Kubikmetern, ein offener Solar-Luft-Kollektor auf dem Dach sowie eine Wärmpepumpe. Das Funktionsprinzip ist einfach: Über die unverglasten Solar-Luft-Kollektoren wird Wärme aus der Umgebungsluft und durch die Sonneneinstrahlung gewonnen. Sie wird durch ein Wärmeträgermedium in Form eines Gemischs aus Wasser und Glykol aufgenommen und vorzugsweise der Wärmepumpe zugeführt. Wird mehr Energie gewonnen als benötigt, gelangt sie über den Wärmetauscher in den unterirdischen Eisspeicher und wird dort «gelagert». Der Eisspeicher bezieht zusätzliche Energie aus dem Erdreich. Im Winter wird dem Speicher allmählich Wärmeenergie entzogen, bis das Wasser darin gefriert. Der Vereisungsprozess bringt einen weiteren Energiegewinn – daher der Name Eisspeicher.

Wenn also bei tiefen Aussentemperaturen und wenig Sonne nicht genügend Energie über die Absorberanlage bezogen werden kann, nutzt die Wärmepumpe die Wärme im Eisspeicher als Energiequelle. Die intelligente Steuerung entscheidet selbst, welche Nutzung am effizientesten ist.

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