Zahlreiche Projekte von Privaten, Unternehmen, Städten und gemeinden beweisen, dass die Energiewende machbar ist und viele Vorteile hat.

Und täglich werden es mehr.

Plusenergiewohnhaus dank Sanierung

09. November 2012 - In Sichtdistanz zum AKW Mühleberg steht in Innerberg ein 1974 erbautes Einfamilienhaus, das durch eine gekonnte Sanierung vom Energiefresser zum Plusenergiewohnhaus mutierte und das seinen Energieverbrauch zu 177 Prozent selber deckt.

Leuchtturmprojekt Bauen und erneuern

Leistung: 10.5 m2 (Kollektoren), 15 kWp (Photovoltaik) Betreiber: privat Projektierer: luedi architekten gmbh HTL ETH SIA (Architektur), Baur & Co. Bedachungen (Fachplaner und Ausführung)

Das Haus aus den 70er Jahren wurde bis ins Detail vorbildlich renoviert. Die neue Gebäudehülle korrigiert willkürlich platzierte Dachflächenfenster und integriert sie neu bündig, geordnet als Teil der Gebäudehülle. Die Solarstrommodule auf der Südseite mit einer Leistung von 15 kW wurden genau auf die Masse der Fassade abgestimmt. Sie harmonisieren in Farbe und Form mit dem übrigen Dach und geben dem Haus seinen ursprünglichen Charakter zurück, so dass die Energieproduktion dezent in den Hintergrund rückt. Das Haus besitzt Vorbildcharakter: Dank optimaler Ausnutzung der gesamten Süddachfläche weist der Plusenergiebau eine Eigenenergieversorgung von 177 Prozent auf.

Minergie-P-Standard übertroffen

Damit hat der beauftragte Architekt Urs Luedi das Ziel der Bauherren, den pyramidenförmigen Bau auf den Minergie-P-Standard zu trimmen, übertroffen: Vor der Sanierung verbrauchte das Haus jährlich 60‘723 kWh oder rund 28.5 Liter Heizöl pro m2. Der Gesamtenergiebedarf sank durch die Sanierung um 80 Prozent auf jährlich 12'145 kWh. Damit erfüllten sich die Besitzer den Traum vom energieautarken Wohnen, denn die am Gebäude installierte Solartechnologie übertrifft den verbleibenden Bedarf deutlich.

Dies auch dank der Isolation der Aussenhülle, der dreifachverglasten Panoramafenster, der Belüftungs- und Wärmerückgewinnungsanlage sowie der Wärmepumpe als Ersatz für die Ölheizung. Die Solarstrommodule erzeugen jährlich rund 16'500 kWh und decken damit 136 Prozent des Gesamtenergiebedarfs. Die im oberen Drittel der Dachfläche installierten 10.8 m2 solarthermischen Elemente liefern jährlich 5'040 kWh für Heizung und Warmwasser und decken damit 41 Prozent des Gesamtenergiebedarfs.

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Die Anlage ist vorbildlich in den Bau integriert. Die massgefertigten Solarstrommodule sind Dachhaut und Energielieferant in einem. Die flächenbündigen Dachoberlichter sind für den Betrachter kaum sichtbar. Die West-, Nord- und Ostdachflächen sind mit Faserzementplatten ausgestattet, die farblich auf die PV-Elemente abgestimmt sind. All diese Faktoren tragen zu der harmonischen Gesamterscheinung des Hauses bei. Die Eigentümer wurden für ihre Bemühungen von der Solarpreis Jury mit dem Norman Foster Solar Award 2012 ausgezeichnet.

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