Zahlreiche Projekte von Privaten, Unternehmen, Städten und gemeinden beweisen, dass die Energiewende machbar ist und viele Vorteile hat.

Und täglich werden es mehr.

Solare Trocknungsanlage für Ricola-Kräuter in Sumiswald

08. März 2013 - In Sumiswald steht eine solare Kräutertrocknungsanlage, die thermische Energie für die Prozesswärme nutzt und 2010 mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet wurde.

Leuchtturmprojekt Sonne

Leistung: 42‘000 kWh/a Betreiber: Kurt Baumberger, Schreinerei / Kräutertrocknung, 3454 Sumiswald Projektierer: Ramseier AG, 3452 Grünenmatt

Die Indachkollektor-Anlage der Ernst Schweizer AG im Gewerbe- und Wohngebäude des innovativen Unternehmers Kurt Baumberger reduziert nicht nur den Bedarf an elektrischer Energie massiv, sondern ermöglicht auch eine bespielhafte Nutzung erneuerbarer Energie. Baumberges geschäftliche Aktivitäten sind wie geschaffen für die kombinierte Nutzung von Sonnen- und Holzenergie. Im Sommer, wenn die Heilkräuter geerntet und in der Trocknungsanlage schonend entfeuchtet werden, ist der Energiebedarf im Gebäude klein und in der Trocknerei gross. Im Winter, wenn keine frischen Kräuter verarbeitet werden, besteht ein höherer Energiebedarf für Heizung und Warmwasser.

Solare Energienutzung für Gewerbe und Wohnen

Als Kurt Baumberger seine Kräuterproduktion für Ricola erweiterte, entschloss er sich für die Integration einer solarthermischen Anlage von 85 m2 Fläche. Diese erzeugt jährlich 35‘000 kWh. Eine 20 kW Holzheizanlage liefert für die Deckung des Bedarfs, falls die Sonnenenergie nicht ausreicht, zusätzliche Energie. Beim hauseigenen Schreinereibetrieb fallen werktags genügend Holzabfälle an, die für die Energie-Erzeugung genutzt werden können. Die jährliche CO2-Reduktion beträgt ungefähr 30 Tonnen.

Entscheidend bei der Kräutertrocknung ist, dass die Wirkungssubstanzen der Kräuter erhalten bleiben. Deshalb dürfen diese nicht unter direkter Sonneneinstrahlung getrocknet werden. Aus diesem Grund wird den Kräutern in temperaturregulierten Kammern bei 35 Grad während vier bis fünf Tagen die Feuchtigkeit langsam entzogen. Aus 150 Tonnen angelieferter Kräuter entstehen so jährlich 15 Tonnen Trockengut oder 10% hochkonzentriertes Elixier. Das bedeutet, dass den Kräutern jährlich 135‘000 Liter Wasser entzogen werden muss. Früher musste dafür 60‘000 kWh elektrische Energie aufgewendet werden.

Vorbildlich ist die optimale Nutzung der thermischen Energie im Sommer in Kombination mit der Heizenergieversorgung für drei Wohnungen und für die Schreinerei im Winter und der Restenergie-Zuführung mit der Stückholzheizung. Diese sichert auch in der Winterzeit oder bei regnerisch-sonnenarmen Wetter einen konstanten Betrieb und eine CO2-neutrale Versorgung mit erneuerbaren Energien.

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