Zahlreiche Projekte von Privaten, Unternehmen, Städten und gemeinden beweisen, dass die Energiewende machbar ist und viele Vorteile hat.

Und täglich werden es mehr.

Wohnen mit eigener Stromerzeugung

12. Dezember 2013 - Blockheizkraftwerke erzeugen nicht nur Wärme, sondern auch Strom – und vereinfachen dadurch zusätzlich die Erlangung des Minergie-Zertifikats. Profitiert davon hat die Wohnüberbauung Paul-Reinhardstrasse in Weinfelden.

Leuchtturmprojekt Heizen

Leistung: 35 kWel, 66 kWth Betreiber: Installation: Prandini & Co Projektierer: Planung: Kaiser Haustechnik AG Inbetriebnahme: 2010

Was tut ein Bauherr, wenn er den zukünftigen Mietern einen speziellen hohen Wohnkomfort bieten möchte? Er setzt nicht nur auf einen grosszügigen Wohnungsgrundriss, Balkone und eine attraktive Innenausstattung, sondern baut auch nach Minergie-Standard, der eine energetisch hochwertige Bauweise garantiert. So haben es die Architekten von BS-Architekten AG aus Bussnang auch in der Wohnüberbauung Paul-Reinhardstrasse in Weinfelden TG gehalten.

Für die Minergie-Zertifizierung ist die gewichtete Energiekennzahl massgebend. Minergie bewertet Strom, der im Gebäude selbst produziert wird, mit Faktor 2. Er kann also beim Minergie-Nachweis doppelt abgezogen werden und erleichtert so die Erlangung des Qualitätslabels. Dies wiederum bedeutet eine Verringerung der Investitionskosten, was direkte Auswirkungen auf die Mietpreise und auf die Rendite der Überbauung hat. Aus diesen Gründen schlug der HLK-Planer vor, die Überbauung Paul-Reinhardstrasse mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) für die Grundlast sowie einer Heizung zur Spitzenabdeckung zu bestücken. Das gewählte BHKW erzeugte Strom in der Grössenordnung von 122’000 kWh pro Jahr. Gleichzeitig deckt es mit einer Wärmeleistung von 60 kW über 50 Prozent des gesamten Wärmebedarfs von 420’000 kWh pro Jahr ab.

Strom und Wärme im nachfragestarken Winterhalbjahr

Um lange Laufzeiten zu ermöglichen, lädt das BHKW stets den in der Heizungszentrale stehenden 1500 Liter fassenden Pufferspeicher. Die drei Warmwasser-Speicher mit je 500 Liter Fassungsvermögen sind für den schnellen Einsatz direkt in den jeweiligen Gebäuden platziert. Diese drei Speicher werden zweimal täglich aufgeladen. Der Spitzenlastkessel geht bei Bedarf direkt auf die Wärmeverteilung. Den gesamten Strom übernehmen die Technischen Betriebe Weinfelden. Sie erhalten damit effizient und lokal erzeugten Strom – und dies vor allem im nachfragestarken Winterhalbjahr. 

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